Januar 2009
Die nächste Sony-Reader-Generation
Ähnlich wie bei Handys und Navigationsgeräten werden wir uns darauf
einstellen müssen, dass das Gerät schon veraltet ist, wenn wir unser
gekauftes Gerät nach Hause tragen; neue Features werden hinzugefügt und der
Markt der Reader differenziert sich in verschiedene Anwender.
Mit diesem Problem hat auch der Pionier Sony zu kämpfen. Kaum hat man
verkündet, dass man in Deutschland im Frühjahr mit dem Reader PRS 505
starten werde, erscheint in den USA das Nachfolgemodell PRS 700.
E-Book-Experte Ralf Alkenbrecher ist es gelungen, am Erstverkaufstag in den
USA ein Gerät zu ergattern und in Deutschland einen ersten Vergleich zum
alten Gerät vorzunehmen.
Über welche zusätzlichen Eigenschaften verfügt das Gerät?
Neben der nun endlich verfügbaren Suchfunktion ist die Ausstattung mit einer
Touchscreen die wichtigste Änderung. Sie ermöglicht ein geändertes
Bedienungskonzept und zusätzliche Möglichkeiten wie Hervorhebungen im Text
und Texteingabe über eine virtuelle Tastatur.
Um ein Arbeiten auch ohne Tageslicht zu ermöglichen, verfügt der PRS 700
über eine zweistufige Beleuchtung. Die Beleuchtung ist in bestimmten
Situationen eine wirkliche Bereicherung, aber sie geht heftig zu Lasten der
Batterieverfügbarkeit gehen – also sparsam benutzen.
Die Touchscreen ist gut und leichtgängig bedienbar. Der Reader verfügt über
einen Stylus zur Eingabe, es sind jedoch fast alle Bedienelemente so groß,
dass sie auch ohne Probleme mit dem Finger bedienbar sind. Apples iPhone hat
auch den Reader inspiriert, so dass via Gestenbewegung auf dem Touchscreen
Umblättern, schneller Seitenwechsel und Zoom möglich ist.
Für Benutzer des alten Geräts ist die neue, touchscreenunterstützte
Bedienung eine Umstellung, da sich jedoch beide Konzepte an Handy- und
Windows-Standards halten, dürfte es für den Erstbenutzer keine große
Einarbeitungszeit geben.
Auch die neue Suchfunktion erschließt sich intuitiv, sie ist schnell und
komfortabel. Das amerikanische Modell kann zwar Sonderzeichen, aber keine
deutschen Umlaute verarbeiten – wollen wir hoffen, dass dieses Manko bei
einer Einführung in Deutschland beseitigt ist.
Die Bildschirmqualität ist subjektiv ein klein wenig schlechter als beim PRS
505, dies kritisieren auch erste Nutzer in den USA. Durch den neuen
Bildschirm ist das neue Gerät knapp 30 gr. schwerer.
Die kostenlosen Buchbeigaben wurden reduziert, allerdings wurde das Gerät in
den USA mit 100 kostenlosen, rechtefreien Titeln angeboten. Bei der
Reduzierung wurde allerdings auch gleich das Handbuch des Readers vom Reader
entfernt und muss nun separat aufgespielt werden.
Wie es überhaupt noch zahlreiche kleine Verbesserungen für die nächsten
Versionen geben würde.
Als Beispiel für fehlendes Feintuning: Die Sortierung der Bücher nach Titel
funktioniert, wie man es bibliografisch gewohnt ist, aber die Sortierung
nach Autor sortiert stur nach Vornamen des Autors – nicht das, was man als
Leser erwartet. Die Darstellung von PDFs wurde verbessert, aber immer noch
fällt es sehr leicht, durch Größenveränderungen die Grenzen des Formats
aufzuzeigen. Dass dies auch beim Benutzerhandbuch des Readers der Fall ist
gehört zu den angesprochenen Verbesserungsmöglichkeiten der nächsten
Version.
In den USA wird das neue Gerät für 399 Dollar (PRS 505 299 Dollar)
angeboten.
Fazit:
Das Bedienungskonzept des PRS 700 ist schlüssig und erschließt sich
intuitiv wie schon beim Vorgänger-Modell.
Die Touchscreen ist ebenso wie die Suchfunktion eine deutliche Erleichterung
und verschafft in Verbindung mit der Möglichkeit der Annotation und der
Markierung dem Gerät einen echten Mehrwert. Die „Nicht-Nur-Leser“ des Geräts
werden sich dieses Modell schnell auch in Deutschland verfügbar wünschen.
Der Wunsch nach einer WLAN-Verbindungsmöglichkeit bleibt bei Sony ungehört
und ist anderen angekündigten Geräten (z. B. iRex Professional) vorbehalten.
Ralf Alkenbrecher